Kein Entgeltanspruch eines Psychotherapeuten in Ausbildung für seine Tätigkeit im praktischen Jahr - steueragenten.de

Kein Entgeltanspruch eines Psychotherapeuten in Ausbildung für seine Tätigkeit im praktischen Jahr

Kein Entgeltanspruch eines Psychotherapeuten in Ausbildung für seine Tätigkeit im praktischen Jahr

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erstellt am: 05.03.2015 | von: admin

Das Arbeitsgericht Köln hatte am 18.09.2014 über die Klage eines Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) zu
entscheiden, der für seine Tätigkeit im praktischen Jahr Vergütung verlangte.

Die „Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten“ verlangt den Nachweis
von insgesamt 1.800 Stunden praktischen Tätigkeiten, davon mindestens 1.200 Stunden an einer
psychiatrischen klinischen Einrichtung. Der Kläger hatte diese Stunden in einer von der Beklagten betriebenen
Klinik absolviert. Hierüber hatten die Parteien eine Vereinbarung ohne Regelung einer Vergütung geschlossen.
Diese Regelung hält der Kläger für unwirksam, da er in erheblichem Umfang eigenständige und für die
Beklagte wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbracht habe.

Das Arbeitsgericht hat entschieden, dass dem Kläger die geltend gemachte Vergütung nicht zusteht. Dabei
hat sich das Gericht grundsätzlich einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 29.11.2012 (Az.
11 Sa 74/12) angeschlossen. Das Landesarbeitsgericht Hamm hatte entschieden, dass eine Regelung ohne
Vergütungsabrede dann sittenwidrig sein kann, wenn auf Weisung des Arbeitgebers über einen längeren
Zeitraum Leistungen erbracht werden, die nicht vorrangig der Ausbildung dienen, sondern ganz überwiegend
im betrieblichen Interesse sind. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Kläger zwar Tätigkeiten fest
angestellter Psychologen ausgeübt, dies aber in Begleitung durch das Stammpersonal und unter regelmäßiger
wöchentlicher Supervision und ohne eigene Fallverantwortung. Deswegen hat die Kammer die Ausbildung, zu
der auch der Erwerb praktischer Erfahrung gehört, im Vordergrund gesehen.